Cão de Água Português - Gesundheit


Wichtiges zum Thema Gesundheit
von Tierärztin Silke Hirtz-Schmidt, Reken

Durch die sehr enge Zuchtbasis von nur ca. 50 registrierten Hunden Anfang der 70er Jahre kam es leider auch zu einer Reihe genetischer Probleme, auf die unbedingt eingegangen werden muss! Vor allem, wer sich für die Zucht dieser tollen Hunderasse interessiert, sollte hier unbedingt weiterlesen!

PRA (Progressive Retina Atrophie)

Die PRA ist eine Erkrankung der Retina (Netzhaut) des Auges, bei der der Augenhintergrund und der Sehnerv durch mangelnde Durchblutung degeneriert (atrophiert), was zunächst zu Nachtblindheit und später zu einer vollständingen Erblindung des Hundes führt.

GM-1- Gangliosidose (Storage Disease)

Bei GM-1 handelt es sich um eine durch Enzymmangel im Gehirn hervorgerufenene lysosomale Speicherkrankheit, wodurch Nervenzellen geschädigt und zerstört werden. Diese Erkrankung führt zu massiven neurologischen Ausfallserscheinungen, die im 6. - 7. Lebensmonat zum Tod der zwergwüchsigen Welpen führen, weil sie nicht mehr normal fressen können. Eine Therapie ist nicht möglich!

JDCM (Juvenile Dilatative Cardiomyopathie)

Bei JDCM-betroffenenen Welpen kommt es zwischen der 2. und 27. Lebenswoche zum plötzlichen Herztod. Auch hier ist eine Behandlung oder Heilung nicht möglich.

Improper Coat (kosmetischer Gendefekt - Keine Krankheit)

Improper Coat kommt selten vor und zeigt, dass das Haar nicht an Länge zunimmt, weich ist und sich Unterhaar bildet. Improper Coat kommt sowohl bei dem gewellten als auch beim gelockten Cão de Água Português vor. Der Wavytyp erinnert dann in seinem Erscheinungsbild an einen Flat Coated Retriever, der Curlytyp an einen Curly Coated Retriever. Es ist wichtig zu wissen, dass es sich lediglich um einen kosmetischen Fehler handelt und der Hund ansonsten gesundheitlich nicht beeinträchtigt ist.

ABER:

Bei allen erwähnten Gendefekten handelt es sich um eine autosomal-rezessive Vererbung, das heißt für das Auftreten dieser Erkrankungen müssen beide Elterntiere Träger sein. Wir haben heute die Möglichkeit, diese Träger mittels Gen-Tests zu identifizieren, was Züchtern die Möglichkeit gibt, auch Genträger in der Zucht einsetzen zu können - natürlich nur mit einem erbgesunden, genfreien Partner. So wird das klinische Auftreten dieser Erkrankungen mit Sicherheit ausgeschlossen.

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